Preisverleihung „Der Freche Mario“

Der Kunstpreis „Der Freche Mario“ ist eine Besonderheit in der deutschen Kunst- und Kulturpreise-Landschaft, wendet der von Wolf Steinberger seit 2008 mit Unterstützung des bfg München, der ,Giordano Bruno Stiftung und der Agentur 84 GHz ausgelobte und dotierte Preis sich doch an die Mutigen, Frechen, Unangepassten unter den Künstlern des 21. Jahrhunderts. Alle zwei Jahre wieder gilt es einzureichen Kunstwerke jedweden Formats, die sich kritisch mit angeblich ewig währenden Wahrheiten, den angeblichen Besitzern solcher Wahrheiten und den darauf sich begründenden tatsächlichen Allmachtsansprüchen auseinandersetzen. Alle Teilnahmebedingungen, Grußadressen, Anmerkungen etc. finden Interessierte auf  www.frechermario.org

Zum Datum                                                                                                                                                                   „(…) Als die Divergenzen zwischen dem radikalen Islam Galerie der Kirchenkritikund dem Westen im Februar 2006 zu einer Art Weltbürgerkrieg eskalierten, schien plötzlich jede Satire, die den Glauben oder religiöse Gefühle zum Thema hat, zu purem Sprengstoff geworden zu sein. Während selbst Harald Schmidt anlässlich des Karikaturenstreits bekundete, wegen der Brisanz der Situation sei nun „eine nötige Portion Feigheit“ geboten, (…) hat Ralf König (….) spontan und offensiv Stellung bezogen – mit acht spitzen Karikaturen gegen die Meinungsdiktatur, die in ganz Europa in mehreren Zeitungen erschienen sind. Die, die am bekanntesten wurde, besteht aus drei Bildern: im ersten kritzelt jemand eine bärtige Figur mit Turban an eine Hauswand. Er schreibt gerade „Moha…“ darunter, da kommt im zweiten Bild eine Frau mit Kopftuch um die Ecke, und im dritten ist aus „Moha…“ ein „Mohanikaner“ geworden – der Zeichner und die Selbstzensur aus Furcht vor irrem Fanatismus.(…)“ aus: „Der Eros der Nasen – Comics von Ralf König“/Ludwiggalerie Schloss Oberhausen/2009.

Knapp 6 Jahre später, am 7. Januar 2015, werden mitten in Paris zwölf Menschen brutal ermordet. Die meisten von ihnen waren Zeichner und Mitarbeiter der weltweit berühmten, französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“. Zwei Tage später initiierten die Veranstalter des Kunstpreises „Der Freche Mario“ unter der Regie der Bühnenbetreiberin Assunta Tammelleo in der Kulturbühne Hinterhalt (ca. 35 km südlich von München) eine zweiwöchige Sonderausstellung mit einer spontanen Auswahl aus bis dahin 1.400 Werken, die eingereicht und teilweise preisgekrönt worden waren. Zum Gedenken an die Opfer und zur Mahnung für alle. Am 7. Januar 2016 gab es in der Kulturbühne Hinterhalt wieder eine Ausstellung „Frecher Mario“, die von einem fulminanten Auftritt des niederbayerischen Kabarettisten Sigi Zimmerschied begleitet und von Gerhard Haderer und Wolfram P. Kastner eröffnet wurde. 2017 kommt der Freche Mario ins Rationaltheater, u.a. mit Dr. Michael Schmidt-Salomon.

Einlass: 19:00 Uhr
Beginn: 20:00 Uhr
Eintritt: FREI