Butyrka und Taiga Blues

Moskauer Filmnacht im Rationaltheater

Moskau in den 90ern, das war Jelzin, wilde Anarchie, Verarmung und Verunsicherung, Kriminalität, ungezügelter Reichtum und Dekadenz, ein überbordendes Kulturleben und das Gefühl der Freiheit, die Bevormundung des Sozialismus endlich losgeworden zu sein. In dieser Zeit entstanden die Filme Butryka (1998, 26 Min.) und Taiga Blues (2002, 62 Min.) der Filmemacherin Marianne Kapfer.

Butryka
Seit 200 Jahren ist das eine berüchtigte Haftanstalt im Herzen von Moskau. Heute dient es überwiegend als Untersuchungsgefängnis. Während der Dreharbeiten 1997 waren in den Zellen für 20 Personen bis zu 75 Gefangene untergebracht. Der Film zeigt eindrucksvoll die unmenschlichen Haftbedingungen der Untersuchungshäftlinge, die dort auf ihren Prozess warten. Krankheiten wie Tuberkulose und Krätze ausgesetzt, kam es vor, dass Gefangene Taten gestanden, die sie gar nicht begangen hatten, nur um in die vergleichsweise „mildere“ Lagerhaft nach Sibirien verlegt zu werden.

Regie, Buch, Produktion: Marianne Kapfer und Yuri Burak (Kamera)
Schnitt: Andrey Filynaov
Musik: Robert Dietze

Taiga Blues
Moskau im Mai ist die Zeit der Paraden und Demonstrationen. Die Moskowiter feiern den Sieg über Nazi-Deutschland, während die Kommunisten gegen die Kremlregierung demonstrieren. Peter Bandit, Sänger aus Los Angeles, will mit seiner deutschen Band ein paar Konzerte in Moskau geben. Eine Gruppe von Filmemachern, die sich im Umfeld der Moskauer Filmhochschule kennenlernten, begleitet sie dabei. Aber Moskau ist groß und verführerisch, die Mädchen sind schön und die russischen Bräuche ungewohnt für die vier Musiker, die zum ersten Mal in Russland sind. So kommt alles anders als erwartet. Keine leichten Bedingungen, um einen Film zu drehen. Einen Film über Musik und Leben in Moskau, eine der schönsten, aufregendsten, aber auch unerbittlichsten Städte der Welt.

Regie: Marianne Kapfer
Regie Assistenz: Sergej Luchishin
Kamera: Gennadij Morozow, Oleg Lukitschow,
Kamer Assistenz: Alisher Khamidkhodzhaev,
Musik: Rob Dietze, Songs: Peter Bandit‘s Root 66
Schnitt: Wladimir Tjutikow, Knut Karger,
Produktion: Oleg Posnejew, Jewgenij Panfilow, Marianne Kapfer
Darsteller: Peter B. Culross, Bodo Matzkeit, Robert Klinger, Rob Dietze,Olga Beschulja, Tatjana Salzirn, Marina Surikova, Sergej Gurjew, Aleksej Popogrebsky, Boris Khlebnikov

Einlass: 19 Uhr
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 5 Euro