DIE SEHNSUCHT DER VERONIKA VOSS – von R.W. Fassbinder, Pea Fröhlich, Peter Mertesheimer

Drehbuch von Peter Märtesheimer und Pea Fröhlich
nach einer Vorlage von Rainer Werner Fassbinder

Deutschland im Jahr 1982: Der Filmemacher Rainer Werner Fassbinder erhält für Die Sehnsucht der Veronika Voss, das Mittelstück seiner BRD-Trilogie, den Goldenen Bären. Er behandelt darin den noch immer vorhandenen Rassismus und die vielen Schattenseiten der noch jungen Bundesrepublik Deutschlands. Rainer Werner Fassbinder schreibt Film-Geschichte.

Die Sehnsucht der Veronika Voss ist der vorletzte Film Fassbinders. Eingebettet in Die Ehe der Maria Braun (1978) und Lola (1981) zeigt Veronika Voss den unentwegten Versuch eines Menschen, aufzubegehren, zu begehren zu hoffen, zu lieben und letztendlich den Versuch zu sterben. Veronika Voss, entstanden durch den Wunsch Fassbinders, das Leben der ehemaligen Ufa-Schauspielerin Sybille Schmitz aufzudecken, zeigt mehr denn je, wie stark Fassbinder sich selbst in seinen Filmen porträtierte. Stopp. Falsch. Nicht sich selbst, sondern die Menschen an Ort und Stelle, in der Zeit zwischen Vor und Danach, zwischen Weltkrieg, Vernichtung und Hass, kurz: zwischen Liebe, Begehren und Tod.

Fassbinder brachte in seinen Filmen Aktualität und Geschichte erschreckend nah zusammen, so dass jeder Versuch eines Rückzugs des Betrachters unmöglich gemacht wird: die Aktualität holt ihn immer wieder in das Geschehen zurück.
Im Jahr 2012 müssen wir nach 30 Jahren erneut fragen, wie es in einem Staat möglich sein kann, dass Menschen aufgrund ihrer religiösen oder politischen Überzeugung zu Opfern nationalsozialistischen Verbrechens werden können und es keine zufriedenstellende Aufklärung gibt, die auch das letzte dunkle Eck dieser Untergrundorganisation erhellen kann.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Mit: Nadine Badewitz, Eleonora Godwin, Marie Golüke, Anna März, Aline Mauch, Eudean Maxie, Ria Schindler
Regie: Dominik Frank
Dramaturgie: Charlotte Bucka
Bühne / Kostüme / Video / Licht: Julie Boniche
Technik: Jonaid Khodabakhshi

Fassbinder wäre nicht Fassbinder, würden sich hinter diesen kriminellen Verstrickungen nicht noch viel größere Strukturen von Macht, Ohnmacht und Abhängigkeit innerhalb eines gesellschaftlichen Systems verbergen.

(Philtrat, 31.03.2012)

Premiere: 01. April 2012

Eine Produktion des