Das Duell

Liebes altes Europa, dein Kopf kennt kaum die Beine, die häufig die Arme nicht verstehen, wie geht das nochmal?

Mittwoch, siebter Januar zweitausendfünfzehn, Paris.
In den Räumen in der Rue Nicolas Appert im elften Arrondissement lief gerade die wöchentliche Redaktionskonferenz der Satirezeitschrift Charlie Hebdo.
Gegen elf Uhr dreißig stürmten zwei schwerbewaffnete Männer das Büro und fingen an zu schießen.
Zwölf Menschen wurden getötet, unter ihnen den Herausgeber Stéphane Charbonnier, Georges Wolinski, Bernard Verlhac und Jean Cabut.
Bei ihrer Flucht auf der Straße schrien die Angreifer Allahu Akbar.
Gott ist Groß.

Wie das geht, ein dem Selbst fremder Körper, wir wissen es nicht, es ist uns egal, wir umarmen uns trotzdem und schließlich haben wir Recht.

Mittwoch, siebter Januar zweitausendfünfzehn, Paris.
Drei Schauspieler treffen sich in einem kleinen Zimmer im jüdischen Viertel.
Sie proben „Das Duell“ von Tschechow für eine kommende Inszenierung in München.
Kurz nach elf Uhr dreißig bekommen sie die erste Nachrichten aus der Stadt.
Die Polizei bewacht die Straßen, sie sind gezwungen zusammen zu bleiben.
Sie spielen weiter.

Auf welcher Höhe wirst du deine Mauern errichten?
Wo wirst du die neuen Grenzlinien ziehen?

Ein Jahr später erzählen die drei Schauspieler von den Tagen, die sie erlebt haben.
Sie waren mitten im Geschehen, und doch abgegrenzt.
Genau wie ganz Frankreich.
Genau wie ganz Europa.

Wir arbeiten derzeit für Europa.
Um nicht zu sagen für die Welt.

Buch / Regie:    Danijel Szeredy
Assistenz:    Alena Friedrich-Vaida
Mit:        Sebastian Brose, Vera Hempel, Heiner Stöckle

Vorstellungen:    2. / 3. / 4. Dezember
13. / 14. / 15. Januar