16.05.2026

16.05.2026 – Forgotten Nitro 9

Einlass: 19:00 Uhr
Beginn: 20:00 Uhr
Eintritt: 5€ (regulär)
/ 0€ (ermäßigt)

Das TIME-Magazin zählt den in Schwarz-Weiß gedrehten deutschen Propagandafilm zu den „100 besten Filmen aller Zeiten“. Die Regisseurin inszeniert darin ein sportliches Großereignis mit einem Aufwand, der alle Dimensionen sprengt, und erzeugt einen Bilderrausch, der bis heute fasziniert. Für die Dreharbeiten arbeitete sie mit 34 Kameramännern zusammen und ließ 400 Kilometer Filmmaterial belichten; allein die erste Sichtung des Materials dauerte über zwei Monate.

Den Ruhm des Films begründen vor allem die experimentierfreudigen, avantgardistischen Kameraeinstellungen, die Eleganz der Montage sowie die perfekte Balance zwischen Bild und Musik. Mit dieser „heroischen Reportage“ erweist sich die Regisseurin nicht nur als Meisterin der sportlichen, sondern auch der erotischen Inszenierung und Mythisierung gestählter Körper und sportlicher Wettkämpfe.

Der Welterfolg war finanziell enorm: Die Auslandseinnahmen übertrafen jene der gesamten übrigen deutschen Filmproduktion des Jahres 1938. Der Dokumentarfilm wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter:

  • Deutscher Nationalpreis für Film (1938)
  • Schwedischer Polar-Preis (1938)
  • Goldmedaille für den besten ausländischen Film bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig (1938)
  • Olympische Goldmedaille des Internationalen Olympischen Komitees (1938)
  • Griechischer Sportpreis
  • Kinema Junpo Award (Japan) in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ (1941)
  • Olympisches Diplom beim Filmfestival in Lausanne (1948)

Kulturell wirkte der Film weit über seine Entstehungszeit hinaus: Szenen daraus verwendete Peter Gabriel 1980 für sein Lied „Games Without Frontiers“, und die Band Rammstein griff 1998 für das Musikvideo zu ihrem Song „Stripped“ auf das Filmmaterial zurück.

16mm Film – Jeden 16. Im Monat | Eintritt: 5€ /Wer uns fünf Kameramänner und den Filmtitel an der Kasse nennt erhält freien Eintritt!!

ZUR REIHE

Filme mit Brisanz: Die seit Ende des 19. Jahrhunderts bis weit in die 1950er Jahre verwendeten Filmträger auf Nitratbasis wurden mit Schwefel- und Salpetersäure aus Baumwollresten hergestellt. Dieses hochbrisante Gemisch ist nichts anderes als Schießbaumwolle und hat eine höhere Sprengkraft als Schwarzpulver. Filme mit Nitrozelluloseträger fallen deshalb heute unter das Bundessprengstoffgesetz.

Im Rahmen unserer Reihe FORGOTTEN NITRO spüren wir verschollene Filme auf, die einen großen Einfluss auf die Geschichte der Kinematografie hatten. Mit dieser Initiative möchten wir nicht nur diese längst vergessenen Schätze wieder zugänglich machen, sondern auch die unverwechselbare Wärme und Tiefe des analogen Films auf die Leinwand bringen.

Wir glauben, dass Bilder auf Zelluloid eine ganz besondere Ästhetik besitzen, die digitale Formate oft nicht erreichen können. In FORGOTTEN NITRO zeigen wir die wiederentdeckten Kopien auf originalem 16mm Material, was das Rationaltheater zu einem der letzten Orte in München macht, in dem das Publikum die Möglichkeit hat, kinematographisches Erbe in seiner authentischen Form zu erleben.

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